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Ich
hab's gesehen unter meinem Fuße Hob' die Sohle wie zum Gruße. Dort
lag es, still, im weißen Kleidchen Ein Schneeglöckchen, Du
liebes Mädchen!
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Ein
Sonnenstrahl trifft meine Nase im Grase raschelt's - es war
Herr Hase. Kinder, Kinder, kommt herbei Der Winter
ist endlich vorbei!
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Warum ich
den Frühling mag lässt leicht sich sagen. Bunte
Kleider, Vogelzwitschern und sattes Grün an allen Tagen. Und
bei Frau Schmidt im dritten Stock kann ich nun blicken unter
ihren schwarzen Minirock.
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Die
Amsel zwitschert. Die Taube gurrt. Die Nachtigall
ließ mich nicht schlafen. Die Krähe schreitet schweigend durch
den erwachenden Maientag. Und ich? Ich bin wieder ein Jahr
älter.
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Was die Sommerhitze
verdorren ließ Was die Herbstwinde verwehen ließen Was
das Eis des Winters zudeckte Erweckt der Frühling jedes Jahr
neu.
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Ich sehe es an Deiner
Nase Ich höre es am Vogelschrei. Ich spüre es am
warmen Hauch auf meinem Arme: Nun ist der kalte, eisige Winter
vorbei.
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Du fragst mich, warum
ich lache? Warum ich alberne Späße mache? Warum kein
Schuh mich drückt und auf Arbeit ich schaue verzückt? Warum
ich Dich necke und küsse von morgens bis abends und Güsse von
warmem Regen auf meiner Haut mich nicht erschauern, sondern
wirken vertraut? Ich kann es Dir sagen, ich schreie Dich an: Der
Frühling ist da! Der Frühling ist da!
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Manchmal
rieche ich noch den süßen Flieder der tropfnass am Kelch hängt. Manchmal
erkenne ich Dich wieder obwohl Du längst gegangen bist. Manchmal
scheint mir das Gestern wie das Heute Oft friere ich im
Schutze aller Leute. Mitten im Januar fällt das Warten so
schwer. Ach, wenn es nur endlich Frühling wär'!
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Wenn
ich könnte, würde ich auf Dir reiten würde auf dem
Sonnenstrahl zu Dir gleiten. Würde Seil springen mit einer Hand und
fliegen durch die Tage ohne Verstand. Würde barfuß durch den
Regen gehen würde mir lange die lilafarbenen Krokusse ansehen. Würde
lachen und tanzen bis der Morgen anbricht Dem Frühling, nur
ihm, gehört das schönste Gedicht.
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Ich
habe geträumt von Dir hab' genau gemerkt, wie Du Dich an mein
Bett geschlichen hast, wie Du die bösen Geister vertrieben
hast wie Du meine Glieder mit Deinem Atem neu belebt hast. Am
nächsten Morgen, auf dem Weg zum Bus, hast Du mir am Wegesrand
zugeblinzelt. Du verschlafenes, kleines Schneeglöckchen.
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