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Sound-Planet - Gedichte - Pfingsten

Pfingsten




Verirrtes Wesen, wo findest du Ruhe,
der Betende wirr vom endlosen Fleh’n,
da senkt sich herab, aus göttlicher Truhe,
die Taube, die lehrte die Blinden das Sehen.
Taube des Ostens, Taube der Freiheit,
Taube des Geistes, der endlich vollbracht,
was furchtloser Wunsch vollendeter Dreiheit
zum Segen der Menschheit nach Hause gebracht.

---

Wie uns die Alten lehrten
an Pfingsten war’s bereit,
da sahen und erhörten
die Jünger seinerzeit
den Heilgen Geist, der segnete
die Sprachen, das Verstehen,
damit auf aller Erden
die Menschen würden sehen,
was Jesus einst begonnen,
was Freunde fortgeführt,
was nie wie Sand zerronnen,
was jeden still berührt.
Wie uns die Alten lehrten,
an Pfingsten war’s bereit,
es sollte weiterwirken
in alle Ewigkeit.

---

Es duftet die Rose zu Pfingsten so schön,
sie leuchtet, verführt uns sie anzuseh’n,
sie schmeichelt und fügt sich dem Auge wohl ein,
will selbst gern umschmeichelt und wohlgehüt’ sein.
Mein Liebchen zu Pfingsten, da leuchtest auch du,
da drücken die Alten ein Auge wohl zu,
da schmeichle ich gern dir, hält dich starker Arm,
da halten im duftenden Moos wir uns warm.
Es duftet die Rose zu Pfingsten so schön,
mein Liebchen verführt mich, nur sie anzuseh’n.

---

Pfingsten strahlt im hellen Scheine,
Heilger Geist wir bitten Dich,
lass uns werden wie der Eine,
der uns starb ohne Gericht.
Gib uns Liebe, gib uns Zungen,
dass wir predigen allhier,
wenn um Worte wir gerungen,
öffnen Herzen sich ja Dir.

---

Es ruhet die Arbeit, der Tagewerk Strom,
wir danken dem Vater, dem Geist und dem Sohn.
Wir jauchzen, frohlocken, wir feiern den Tag,
an dem der Geschmähte erscheint ohne Plag,
wir taufen, wir segnen, wir beten zu Dir,
Du pflanztest die Rose ins Herz uns dafür.
Dein Geist war erschreckend, doch hielten wir stand,
er reichte von fern uns Verlor’nen die Hand.
O Herr, deiner Güte feiern wir heut dies Fest,
die nimmer und nirgends uns ungeschützt lässt.

---

Birke, Eiche – Flechtgirlande
schmiegt sich eng als junges Kleid
um die Rinde, tanzt behande
ihren Tanz der Eitelkeit.

Weht im Winde, will sich drehen,
will mit dir auch halten mit,
doch mein Liebster, ich kann sehen,
niemand tanzt wie du den Schritt.

Farbenfroh lockt die Girlande,
lockt mich fort von unsrem Haus,
Liebster trüg sie deine Bande,
tanzt ich gern mit ihr hinaus.

Ein Glas Wein, dann muss ich gehen,
Mutter schaut schon nach mir aus,
wollt wohl selbst gern noch mal stehen,
bei der Girlande vor dem Haus.









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