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Sound-Planet - Gedichte - Winter

Winter




Einmal mehr öffnet sich die Himmelstür,
Schneeflocken schweben herab, für und für.
Das Fürchten entkommt auf leisen Pfaden,
Winter öffnet die Himmelsladen
im weihnachtlich weißen Gewand,
ein Engel nimmt Dich an die Hand,
scheu schaust Du auf,
Dein Hoffen erhört,
Winter darauf
Dein Sinnen betört.

---

Scheiden Winter, scheiden,
tut der Liebe weh;
schneiden, Winter, schneiden
will dein harter Schnee.

Wage, Mutloser, wage,
lautet Dein kühnes Wort;
wehe, Tapferer, wehe,
mit mir an anderen Ort.

Bleiben, Winter, bleiben,
schallt’s aus meinem Herz;
treiben, Winter, treiben
soll mich nicht der Schmerz.

Zage, Zauderer, zage
nicht vorm kühlen Eis;
trage, Wanderer, trage
den Wandel wie Schneeflocken leis.

---

Winter im ewigen Raum,
die Blüte sehnt stumm ihren Traum
unter Eis und Schnee.
Kinder tummeln sich auf verfrorenem See.
Wär’ ich an ihrer Stelle,
wär’ ich von Herzen froh.
Doch ewig verfroren die Schwelle –
ach, ich liebte den Winter einst so!

---

Welch Freude uns der Winter bringt,
wenn im Fall der frohen Flocken
leis ein kühles Lied erklingt,
um zum Tanz uns zu verlocken.
Leb dich, lieb dich Winterpracht,
wenn im lichtvoll glänzend Eise,
wenn im Leuchten deiner Nacht
schallt ein Hauch von alter Weise.

---

Winter kehrt auf seiner Reise
wieder ein in unser Haus,
lehrt auf gar nicht frost’ge Weise
uns den leck’ren Weihnachtsschmaus.
Stube putzen, Plätzchen backen,
Stollen auch, den Punsch dazu,
Holz auf alle Fälle hacken,
Winter sorgsam achtest Du
auf die Wünsche uns’rer Herzen,
auf die Wünsch’ von jedem Kind,
auch im Winter lässt’s sich’s scherzen,
wenn wir in Dir geborgen sind!

---

Bruder Winter, kehre ein,
in mein warmes Stübelein,
sei mein Gast,
ohne Hast
sollst bei mir willkommen sein!

Bruder Winter, ach so lang
hab ich dich vermisst,
weiß dein Kleid,
kühl verschneit,
ohne dich war mir so bang!

Bruder Winter, bleibe hier,
lass mich nicht allein,
kühl mein Herz
von dem Schmerz
den Sommers Tücke bereitet mir!

---

Jauchzende Schlitten huschen vorbei,
sind es die Kinder, die lachen dabei,
sind es die Flocken, die spotten und scherzen,
ist es der Frohsinn, der prägt unsere Herzen,
Schlitten, die jauchzen, rutschen im Schnee,
Kufen, die kitzeln den lachenden See.
Jauchzen und lachen, spottender Scherz,
Winter, ich lieb dich, du wärmst mir das Herz!

---

Lebewohl denn Winter
und verzeih mir die Freude
des Abschieds.
Schon schmeck ich die Früchte
des kommenden Sommers,
dein frostiges Lied
übertönt die Amsel
ein Krokus weist mir den lichteren Weg,
ein weiterer Frühling wird folgen.
Lebewohl denn Winter,
verzeih.









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